Die Alti Sagi wird zu Kummers «Fluehüsli»
Ein Interview mit der Regisseurin Madlen Mathys
Mit den «6 Kummerbuben» nach dem Roman von Elisabeth Müller stellt sich die Rütscheler Regisseurin Madlen Mathys einer weiteren grossen Herausforderung.
Am Ende der erfolgreichen Theatersaison in der Alten Sagi in Heimenhausen im Jahr 2008 mit Gotthelfs «Der Gäldstag» erhielt Madlen Mathys vom Organisationskomitee den Auftrag, für das Jahr 2011 ein weiteres Freilichttheater vorzubereiten. Die Wahl fiel auf die «6 Kummerbuben». Wie geht man dabei vor, wie sucht man eine neue Theatervorlage?
Madlen Mathys: «Mit dem Wissen über die etwas engen Platzverhältnisse in der Heimenhauser Sagi machte ich mich auf die Suche nach einem geeigneten Stück. Ich erwog verschiedene Möglichkeiten. Plötzlich reifte die Idee, die 6 Kummerbuben aufzuführen. Ich las zwar verschiedene Vorlagen, doch kam ich immer wieder auf die Kummerbuben zurück. Der äussere Rahmen für die Umsetzung des im Jahr 1942 geschriebenen Romans schien mir dabei nahezu ideal zu sein. Die Sagi verglich ich mit dem Fluehüsli der Familie Kummer. Die Figuren rund um das Stück würden nicht einfach zu platzieren sein, das wusste ich von Beginn weg. Mehrmals habe ich deshalb Franz Schnyders Film angeschaut und das Buch gelesen.»
Wie wurde die Theatervorlage auf die Alte Sagi in Heimenhausen adaptiert?
Madlen Mathys: «Von den 6 Kummerbuben gibt es das Buch und den Film, ein Theaterstück gab es bisher aber nicht. Deshalb setzte ich mich mit dem mir bestens bekannten und erfahrenen Luzerner Regisseur und Dramaturgen Renato Cavoli in Verbindung. Meine Begeisterung für dieses Stück übertrug sich rasch auf ihn, und als die Zusage des Cosmos Verlages vorlag, ging Renato Cavoliunverzüglich an die Aufgabe heran. Er schrieb das Theaterstück mit viel Begeisterung.Die Vorlage ist genau auf den Spielort in der Alten Sagi in Heimenhausen zugeschnitten.Es war für mich ein besonderes und erstmaliges Erlebnis, das Entstehen einer Theatervorlage hautnah mitzuverfolgen. Renato Cavoli und ich besichtigten mehrmals den Spielort in Heimenhausen, besprachen die verschiedenen Szenen und schauten, wie die ganze Handlung auf dem Areal umgesetzt werden könnte.»
Sind die 28 Rollen bereits besetzt?
Madlen Mathys: «Ja, auch das war eine weitere Herausforderung für mich. Das OK liess mir dabei völlig freie Hand. Nicht einfach war es, die insgesamt 12 Kinderrollen zu besetzen. Zurzeit laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren.»

